Bettelprinzessin auf Reisen
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    Nachdem ich ab und an Kommentare und Fast-Schon-Psychoanalysen zur Bettelprinzessin bekomme, kommt hier jetzt die Geschichte dieses Namens.

    Wir befinden uns im Sommer 2005. Dieser Sommer ist in meiner Erinnerung größtenteils davon bestimmt, dass ich mit einem sehr guten, sehr engen Freund (schon damals ein Ex-Freund von mir) durch Oldenburg gelaufen bin, stundenlang, bei jedem Wetter, und wir dabei endlos über Gott und die Welt geredet haben. (Auf diese Weise habe ich mir zu Fuß Oldenburg erobert)

    Es ist also mal wieder einer dieser Tage, an denen wir durch Oldenburg gelaufen sind, ich barfuß und im langen Rock mit Rüschen und Blumenstickerei.

    Zwischendurch haben wir auf ein Getränk im Grand Café eine Pause gemacht.

    Wer dieses Café nicht kennt: Das ist ein großes, aber dennoch ziemlich gemütliches Café direkt am Lappan, das auf zwei Etagen aufgeteilt ist. Mit ein bisschen Fantasie erkennt man, dass der Ort ein bisschen auf 1920er Jahre getrimmt ist, besonders im oberen Stock.

    Wir also haben es uns unten gemütlich gemacht, und ich bin zwischendurch mal in die obere Etage verschwunden – dahin, wo Frauen manchmal hinmüssen (und Männer gerüchteweise auch).

    Als ich wieder runterkam, meinte er sowas wie, dass ich wie eine Prinzessin (oder war es Scarlett O’Hara?) aussähe, wie ich da in diesem langen Rock die Treppe runterkäme.

    Später sind wir weiter spazieren gegangen – und als ich gerade auf einer Mauer am Rumklettern war, hat er mich angesehen und gesagt:

    „Nee, du bist keine Prinzessin. Du bist eine Bettelprinzessin!“

    Das hat mir so unglaublich gut gefallen, dass es geblieben ist – und dass mir eine sehr liebe Freundin zu Weihnachten desselben Jahres sogar ein sehr schönes T-Shirt mit der Aufschrift „Bettelprinzessin“ geschenkt, damit man auch sehen kann, wer und was ich bin.