Gerade führe ich mit einem sehr lieben Freund von mir per icq ne spannende Diskussion zur Frage, was genau es bedeutet, erwachsen zu sein.
Zwei Möglichkeiten, die uns beiden entweder als zu unzulänglich oder zu negativ erscheinen, haben wir schon verworfen:
- stark und unabhängig sein – und sich damit schwierigen Situationen besser stellen können
- ein Leben, geprägt von Geboten und Verboten.
So, und das kann es ja nun wirklich nicht sein. Darauf habe ich einfach keine Lust. Das eine stellt zu sehr unter Druck (denn wenn man das muss und keine Hilfe annehmen will, ist das schon sehr viel), das andere nimmt einem die Luft zum Atmen.
Was ein Kind ist, glauben wir zu wissen. Kinder dürfen spielen, sie dürfen Fehler machen und die Küchenwand mit Kakao tapezieren (nicht wahr, Maman?). Kinder müssen lernen und hören, was die Eltern und Lehrer zu sagen haben. Und Kinder werden oft als unfertige Erwachsene wahrgenommen und behandelt.
Aber was ist denn ein Erwachsener?
Der Bertelsmann schreibt:
er|wach|sen I [V.172, ist erwachsen; mit Präp.obj.] aus etwas e. aus etwas entstehen, hervorgehen; daraus ist uns viel Freude e.; daraus erwächst uns nur Ärger II [Adj. , Steig. nur ugs.] über das Jugendalter hinausgewachsen, volljährig; sie haben zwei ~e Kinder; er ist nun e.; wann wirst du endlich mal e.? [ugs.] wann wirst du endlich vernünftig?; er wird jetzt langsam e. er wird jetzt langsam ein junger Mann
Ätsch, die wissen es nämlich auch nicht! Denn wie viele Erwachsene sind schon vernünftig?
Ich befürchte… Ja, ich fürchte wirklich, das dauert noch, bis ich die Antwort finde – falls ich sie je finde. Und wenn ich sie finde, weiß ich noch nicht, ob sie mir gefallen wird. (Antworten sind ja ohnehin nur da, um neue Fragen zu stellen.)

wenn man genug Speck und käse raufpackt und sie gut überbäckt dann kann man auch erwachsene Essen
Ich glaube, erwachsen ist man, wenn man sich selbst kennt. Nicht, dass man jemals damit aufhören würde, sich kennen zu lernen, doch behaupte ich, mich heute besser zu kennen, als vor 10 Jahren. Also bin ich auch erwachsener als vor 10 Jahren. Man kann sich kennen lernen, indem man Erfahrungen macht und darüber nachdenkt. Und diese 3 dinge – sich kennen lernen, Erfahrungen machen und nachdenken – machen einen Weise und Gelassen – und das macht einen erwachsen…. Könnte es so sein? Oder ist es viel zu oberflächlich betrachtet?