Heute war eigentlich kein besonders spannender Tag, die Nacht war spannender.
Wir haben heute nach den nächtlichen Erlebnissen sehr lange geschlafen und sind dann durch Riga gelaufen. Ist eine sehr schöne Stadt – mit einem Jugendstilviertel (das allerdings sehr heruntergekommen ist, sehr schade um die Häuser), vielen Künstlern an allen Ecken, aber auch sehr viel Armut. Wenn in einer Unterführung ein halbes Dutzend Menschen auf verschiedenste Weisen versuchen, ein bisschen Geld zu machen, ist das erschreckend: Drei sehr alte Frauen haben versucht, Nylonstrumpfhosen zu verkaufen, ein alter Mann hatte vor sich eine Personenwaage stehen, die man gegen Kleingeld benutzen konnte, es gab auch noch einen Bettler und einen Straßenmusiker, der gerade Pause machte. Bemerkenswert ist auch noch jene ältere Frau, die an Rigas Hauptverkaufsstraße tanzt – sie hat einen Musikplayer mit lettischer Musik laufen und wiederholt dieselben paar Tanzschritte den ganzen Tag immer wieder.
Nils meint, dieser Armut werden wir öfter begegnen.
Ansonsten sind wir durch die Stadt gelaufen – für meinen Geschmack zuviel, für Nils’ Geschmack zuwenig. Ich bin irgendwie nicht mehr daran gewöhnt, in Schuhen zu laufen, und das ist anstrengend. Irgendwann hab ich mich Nils’ Rat widersetzt und hab diese unnötigen Dinger in den Rucksack gepackt. Danach bin ich zwar mehr aufgefallen, dafür hat das Laufen mehr Spaß gemacht.
Und in einem Park waren wir auch noch, mit ganz vielen Trampolinen, auf denen man für 1 Lt pro 10 Minuten (das sind ca. 1,40€) springen durfte. Da waren gaaaanz viele Kinder – und ich. Hat super Spaß gemacht und Nils hat sich köstlichst amüsiert.
Heute geht es noch asiatisch essen (wir haben einen billigen Japaner entdeckt), einen schönen Gürtel kaufen und den Supermarkt hier plündern (wie konnte ich bis vorgestern ohne Trinkjoghurt und Frischkäseriegel leben?). Und morgen geht es nach Vilnius – Nils freut sich schon riesig.
