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    16. Juli 2009, 20:42 Uhr

    So, heute morgen ist das nächste Backpacking-Abenteuer losgegangen: Mit Freund (Nils) und Rucksack (den ich Horst genannt habe) quer durchs Baltikum und durch Finnland. Bis zum 3.8. werden wir die folgenden Stationen ansteuern: Riga, Vilnius, Klaipeda, Tallinn, Helsinki und Tampere, außerdem mehrere Tagesausflüge.

    Jedenfalls klingelte heute morgen um 3 Uhr der Wecker – und obwohl wir erst um Mitternacht schlafen konnten, ging das mit dem Aufstehen erstaunlich leicht. Nach einer Viertelstunde panischen Suchens war dann auch Nils’ Brille aufgetaucht – und los gings, mit Taxi, Regionalbahn, Straßenbahn, Flugzeug und Minibus, bis wir schließlich in unserem schnuckeligen Hostel direkt am Riga’er Bahnhof waren. Echt süß – wir haben ein Sechserzimmer mit Blümchengardinen, fleischfarbener Strukturtapete und Rentierdecken ganz für uns. Einzigartig ist es jedenfalls.

    Erstes Fazit: Nils fliegt nicht gerne, dafür finde ich Busse ganz schlimm.

    Zweites Fazit: Nils ist erstaunt, dass ich um 3 Uhr morgens frühstücken wollen kann.

    Drittes Fazit: Ich bin erstaunt, dass Nils mit nur einem Brötchen bis zum Abendessen durchhält.

    Jedenfalls haben wir heute nicht so besonders viel gemacht. Wir haben zwei Stunden gepennt, sind durch die Altstadt von Riga gelaufen, ich hab mir prompt ein hübsches Kleid gekauft und wir haben vor einem heftigen Gewitter mit sturzbachartigem Regen in ein wunderschönes Café gerettet. “Black Magic” heißt dieser Ort und ist irgendwie sehr pseudo-mittelalterlich angehaucht – die Bedienungen tragen prachtvolle Kleider und Uniformen, es gibt Regale voller alter Bücher, Kerzen überall und einen Kronleuchter an der Decke. Irgendwie blitzt und blinkt alles. Traumhaft schön. Und wenn man dann dazu noch richtig leckeren Schokoladenkuchen isst, es draußen wie aus Kübeln schüttet und man drinnen schön trocken bleibt, dann ist es perfekt.

    Ich will da morgen ganz dringend wieder hin, auch ohne Regen.

    Noch ein bisschen Rumgebummel, noch ein bisschen schlafen – und dann essen in einem angeblich typisch lettischen Restaurant. Kann sein, dass es typisch war – besonders lecker war es nicht. Sehr fettig, ziemlich viel Knoblauch und sehr stopfend. Nils meint, das geht noch besser.

    Viertes Fazit: Obwohl Nils im Vorhinein meinte, dass ich in meinen Hippieklamotten nicht ins Baltikum passe, stimmt das nicht. Erstaunlicherweise ist das dieses Jahr “in” – und da die Lettinnen allesamt Fashionistas sind, falle ich nicht weiter auf. Gut so, dann muss ich mich nicht als “normal” verkleiden.

    Fünftes Fazit: Die Lettinnen sind oft so dermaßen hübsch, dass es schon fast erschreckend ist.

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