“The longest journey is the journey inwards.” Dag Hammarskjold. Markings, 1964.
Als ich im Flugzeug nach Australien saß und am Heulen war, saß auch eine nette Dame zu mir, in der ich wohl den Mutterinstinkt geweckt hatte. Als ich ihr erzählte (in schlechtem Englisch und mit ner Stimme, die mir dauernd wegsackte), wovor ich alles Angst hätte, meinte sie einfach: “That’s called growing up.”
Und damit hatte sie Recht. So blöd sich das alles noch vor vier Wochen (heute vor vier Wochen ging meine große Reise los… Kaum zu fassen, dass es schon so unfassbar lange her ist…) angefühlt hat, so richtig ist es jetzt. Klein Ellen in der großen Welt – da muss sich doch was in mir tun.
Und das tut es. Voll Staunen beobachte ich mich selbst, meine Gedanken (von denen hier im Blog ja eine recht gute Auswahl zu lesen ist), meine Gefühle, mein ganzes Erleben. Und diese Innere Reise (so nenne ich sie vor mir selbst) ist mir momentan viel wichtiger als die eigentliche Reise. Momentan mache ich ein Praktikum, gehe also täglich auf Arbeit (und die macht auch Spaß!), gehe jeden Abend an den selben Ort zurück und habe mittlerweile einen Alltag – sehr angenehm, sehr beruhigend, aber nicht spannend, zumindest nicht so sehr, wie man sich das vorstellt, wenn man an eine Reise auf die andere Seite unserer schönen Welt denkt. (Das würde ich aber momentan auch nicht aushalten…)
Wenn man sich jetzt vor Augen führt, wie der Blog heißt, muss ich ja bei allem Rumphilosophiere immer noch beim Thema Reisen bleiben, finde ich. Und das bleibe ich, wenn ich mir überlege, wie viel sich momentan in mir bewegt (also, metaphorisch gesprochen^^). Ich bin aus der Sicherheit meines Freundeskreises, meiner Stadt, meiner Beziehung aufgebrochen in ein ungewisses Abenteuer, in der starken Hoffnung, dass ich wieder dorthin zurückkehre. Aber wenn ich zurückkehre, werde ich hoffentlich viel gelernt haben, ein stärkerer und besserer Mensch geworden sein.
Dazu denke ich momentan viel nach – Zeit genug nehme ich mir. Ich bin ruhiger und verträumter als sonst und überlege sehr viel. Wohin das führt, werde ich sehen, denn
“Tourists don’t know where they’ve been, travelers don’t know where they’re going. Travel is glamorous only in retrospect.” Paul Theroux
Und so ist die Reise, die ich momentan beschreibe, meine Reise ins Innere, auf der Suche nach einem großen Schatz: Selbsterkenntnis.
