Wir sind jetzt seit zwei Tagen in den Blue Mountains, einem Gebirgchen zwei Zugstunden von Sydney entfernt. Dort wohnen wir in Katoomba, in einem kleinen Hostel namens “Number Fourteen”…
Das Hostel ist einfach grossartig. Die Waende sind mit weiss gestrichenem Holz getaefelt, die Raeume sind hoch und hell - und vor allem ist es sauber (was man von unserem Hostel in Sydney zumindest in den Gemeinschaftsraeumen nicht behaupten konnte). Wir haben eine ganz grosse und praktisch eingerichtete Kueche zur Verfuegung und ein Wohnzimmer mit einem total gemuetlichen Sofa und einem Kamin, in dem eigentlich immer ein Feuer brennt. Es ist einfach richtig schoen hier - man kann sich so richtig zu Hause fuehlen.
Hier haben wir schon richtig nette Leute kennen gelernt, wenn auch irgendwie fast nur Deutsche. Vorgestern abend haben wir mit Arne und Bettina (er reist fuer 8 Monate durch Suedamerika, Australien, Neuseeland und Thailand, sie ist seine Freundin und hat sich von seiner Reiselust anstecken lassen und reist fuer 6 Monate mit) einen Abend lang gequatscht und “Landlord” gespielt. (Ein Spiel von Friedemann Friese, wie’s auf deutsch heisst, keine Ahnung…)
Heute waren wir den Tag ueber mit Elena, Enrico und Kathi (wieder alles Deutsche) wandern. Wobei ”wandern” eine grobe Untertreibung ist… Wenn bei einer Wegbeschreibung dabei steht, dass der Schwierigkeitsgrad hoch ist und dass man fuer 6km 5 Stunden brauchen wird, sollte man auf so einiges gefasst sein… So sind wir denn eigentlich dauernd steil bergauf oder bergab gekraxelt, Leitern hoch- und runtergeklettert, ueber “Metallbruecken” balanciert (sprich: 20cm breite Metallstege, meist ohne Gelaender, es ging aber nur 2m oder so runter. Dennoch), haben uns ein Seil hochgezogen… Es gab so einen Moment, als ich mich verzweifelt an einem Fels festgekrallt habe und so in der Luft hing, dass ich aus eigener Kraft keine Bewegung mehr machen konnte. Das war dann echt ein Scheissgefuehl, zumal es rechts von mir recht tief hinab ging.
Wir haben die Wanderung dann noch gut ueberstanden, und es hat auch nur vier Stunden gedauert statt fuenf. Ich war gegen Ende ziemlich von mir selbst ueberrascht, dass ich zwar kaum noch Luft gekriegt hab vor lauter Ausser-Puste-Sein, aber dennoch immer weiter WOLLTE. Wobei ich froh war, als es rum war.
Lektion aus dieser Wanderung: Ich hab mir Magnesium besorgt, weil meine Beine momentan dauernd loszittern, wenn ich sie belasten will. Und ich sollte mir wirklich ein paar Wanderschuhe besorgen - in Tennisschuhen ist das eine Tortur.
Da Enrico Koch ist, hat er uns waehrend der Wanderung vorgeschlagen, uns heute abend zu bekochen, was wir mit Begeisterung angenommen haben. Also gab es heute abend selbstgemacht Spaetzle mit Geschnetzeltem und Gemuese, dazu von mir Couscoussalat und gruenen Salat und zum Nachtisch Schokoladenkuchen und frisches Obst (Papaya und Kiwi). So koennte ich mir das oefter gefallen lassen…
Gestern sind Nils und ich ausserdem durch Katoomba gebummelt. Das Oertchen hier ist einfach klasse - lauter niedliche kleine Laeden, durch die das Bummeln einfach Spass macht. Und es gibt eine Baeckerei, die Broetchen verkauft, die schmecken wie die in Deutschland (davon kaufen wir uns dann morgen nochmal vier, so eine Leckerei krieg ich hier einfach soooo selten).
Morgen gehts dann ueber Sydney per Nachtfahrt weiter nach Byron Bay, einem schoenen Ort an der Gold Coast. Dort bleiben wir ne Nacht, dann gibts ne Nacht in Brisbane und dann gehts weiter nach Rainbow Beach. Nils und ich haben uns noch 10 Tage… (Also, 10 Tage lang live und in Farbe… Danach gibts erstmal 19 Wochen, ohne einander zu sehen.)
