26. November 2008
So, jetzt habe ich also den zweiten letzten Tag in Australien innerhalb von zwei Tagen. Irgendwie merkwuerdig, was?
Heute morgen bin ich frueher aufgewacht, als geplant war, schaute auf mein Handy und fand ne SMS von Nils, mit der Mitteilung, dass ich mich sofort melden solle, weil mein Flug gestrichen wurde. Die naechsten anderthalb Stunden hab ich mit Telefon und Internet verbracht, um mich kurz mit Nils abzustimmen (der natuerlich schon perfekt recherchiert hatte und mir ein paar Ausweichfluege nennen konnte) und dann mit den Airline-Hotlines zu kaempfen:
Erst bei Qantas anrufen (”Tut uns Leid, wir koennen Ihnen nicht helfen, der Flug laeuft zwar ueber uns, aber es ist eine British-Airways-Maschine, also rufen Sie da an…”), dann bei British Airways (”Tut uns Leid, wir haben erst ab 9 auf”), dann ins naechste Internetcafe, um erstmal rauszufinden, was denn los ist und ob ich im Internet was erreichen kann, dann wieder bei British Airways anrufen (”Wir koennten Ihnen fuer uebermorgen einen Flug nach Bangkokanbieten” – “Haben Sie die Nachrichten gesehen? Da ist Revolution!!!” – “Dann tut es uns Leid, da koennen wir Ihnen nicht helfen. Rufen Sie bei Qantas an.”)…
Einige unfreundliche Worte meinerseits zu der British-Airways-Frau spaeter, die mich erstmal 10 Minuten in der Warteschleife warten liess, bis sie mir sagte, dass sie mir nicht helfen kann, habe ich also noch mal bei Qantas angerufen.
Ergebnis: Ich kriege morgen eine Qantas-Maschine nach Hamburg, ueber Singapur und London. (Und nein danke, ich moechte kein Stop-Over in irgendeinem asiatischen Land.) Ich hab mich ganz herzlich bedankt – und ich muss auch keine Umbuchungsgebuehren zahlen.
Ich komme jetzt also schon am Freitag um 13:15 in Hamburg an – und freue mich schon auf die spontanen Menschen, die mich abholen kommen… Wobei es schon komisch ist, wie Plaene sich einfach immer wieder in Luft aufzuloesen scheinen, ganz gluecklich bin ich mit dem Verzicht auf 6 Tage Bangkok nicht (also, Bangkok unter friedlichen Bedingungen).
Man stelle sich mal vor, ich waere einige Tage frueher in Bangkok gewesen… Nein, man stelle es sich besser nicht vor – denn man kommt da momentan auch nicht weg. Wer da ist, haengt fest, es gibt keine abgehenden Flieger, und wie die Lage sich entwickeln wird, steht in den Sternen. Ich denke zwar, dass die deutsche Botschaft im Zweifelsfall einen Notfallplan hat (zumindest hat sie fuer solche Verhaeltnisse eine Deutschenliste) – aber so ganz aufm neuesten Stand sind sie immer noch nicht. Anderthalb Tage nach den Ereignissen hat das Auswaertige Amt noch immer keine Reisewarnung ausgesprochen. Immerhin gab es in der letzten Woche schon zwei Tote, und es werden Strassenschlachten befuerchtet. (Sollten die Leute, die im Ausland auf uns aufpassen, nicht ein wenig schneller von Begriff und in ihren Reaktionen sein?)
Der Ausweichplan sieht jetzt eben so aus, dass ich Sydney noch einen Tag mehr geniesse, gleich ein bisschen shoppen gehe und heute abend ins Kino – heute kommt “Australia” in die Kinos, und ich hatte mich eh seit Wochen geaergert, dass ich den nicht sehen kann. Jetzt kann ich, und das geniesse ich auch. Und morgen habe ich dann anscheinend eine bessere Maschine, als ich mit British Airways gehabt haette – in jedem Fall kann ich “Casablanca” gucken, darauf freue ich mich schon total
Und dann bin ich fuenf Tage frueher in Deutschland, als ich geplant hatte – und ich schwanke zwischen Freude auf daheim und Enttaeuschung, weil Asien nicht geklappt hat. (Australien kuenstlich um fuenf Tage verlaengern wollte ich irgendwie auch nicht, dafuer bin ich auch nicht fluessig genug.)
Lektion: Meine Plaene scheinen oefters ueberhaupt nicht aufzugehen – aber es klappt trotzdem immer alles.