Mein Blick auf Australien sah bisher folgendermassen aus:
Sehr lockere Leute, die scheinen alle sehr gluecklich mit ihrem Leben – und es ist eigentlich eine ziemlich heile Welt. Schoen hier, sehr lebenswert.
Nichts im Leben ist nur schwarz oder weiss, und so haette mich der Artikel, den ich eben gelesen habe, nicht ueberraschen sollen. Geschockt hat es mich dennoch.
Es ging darin um die Selbstmordserie, die Narrogin, einen kleinen Ort in Western Australien, erschuettert. Dort haben sich in den letzten Monaten acht Maenner das Leben genommen – davon sechs Aborigines (erschuetternd, wenn man bedenkt, dass es dort nur 128 maennliche Aborigines gibt). Damit ist dort Selbstmord eine haeufigere Todesursache als Autounfaelle.
Man versucht jetzt, die Gruende zu finden – und versucht vor allem, die Lebensumstaende der Aborigines zur verbessern. Die furchtbaren Ereignisse in der australischen Vergangenheit (besonders auch die vielen Kinder, die ihren Familien weggenommen worden) und die Tatsache, dass diese Menschen ihr Land verloren haben (und eine viel engere Beziehung dazu haben als wir Weissen) wird als eine wichtige Ursache gesehen, ebenso auch die Politik, die bis heute betrieben wird.
Wie gesagt. Nichts im Leben ist nur schwarz und weiss, nicht mal paradiesisch schoene Orte.
Hoffentlich wird diese Tragoedie wenigstens ein positives politisches Nachspiel haben, die Leute endgueltig aufwecken…

