3. September 2008
Heute hatte ich meinen letzten Praktikumstag.
Frage meiner Kollegen: Are you sad that you’re leaving?
Ich (vollkommen enthusiastisch): No!
Kollegen: Couldn’t you at least pretend that you’re sad?
Also, ganz ehrlich: Das Praktikum war interessant und hat die meiste Zeit über richtig viel Spaß gemacht. Die Kollegen waren suuuuupernett und ich bin richtig toll einbezogen worden (weswegen ich die alle im Januar auch nochmal auf ne Mittagspause besuchen will). Es hat Spaß gemacht, mal in die Wirtschaft zu gucken und zu sehen: Huch, die beißen ja gar nicht. Das sind ganz normale Leute, und keine bösen Kapitalisten und auch keine armen Vollidioten, die ihre Seele dem Teufel verkauft haben. Nein, die machen ihre Arbeit und leben ihr Leben, da ist gar nix dabei. Und selbst eine so große Firma wie die, bei der ich mein Praktikum hatte, ist keine bösartige Geldmaschine.
Ich habe richtig viel gelernt, sei es, dass ich die Scheu davor, mit Geschäftspartnern auf englisch zu telefonieren, abgelegt habe, seien es verschiedene Computerprogramme, die ich jetzt entweder neu oder intensiver beherrsche – oder auch die Tatsache, dass ich weiß, wie das vor sich geht, wenn eine prestigeträchtige Konferenz organisiert und durchgeführt wird. Das war hochspannend, und ich will diese Erfahrungen keinesfalls missen.
Noch viel weniger will ich die Bekanntschaft zu all diesen tollen Menschen missen, denen ich in der Firma über den Weg gelaufen bin. Ich hab so viel Hilfe erfahren, das war einfach klasse.
Aber ich habe für mich auch gelernt, dass ein typischer 9-to-5-Job nicht mein Weg ist. Ich hab meinen sehr eigenen Kopf und der will notfalls auch durch Mauern. Außerdem will ich mich selbst einteilen können, auch wenn das heißt, dass ich manchmal nachts arbeiten muss (wie das bei mir im Studium eben passiert). Das ist zwar als Lehrerin auch nur eingeschränkt, aber dennoch in höherem Maße möglich als in der Wirtschaft.
Außerdem gehe ich jetzt für 5 Monate auf Reisen. Ich kann einfach nicht traurig sein, wenn ich gleichzeitig daran denken muss, dass ich in 2 Tagen mein großes Abenteuer antrete. Ich bin zu dankbar für die Zeit, die hinter mir liegt – und zu gespannt auf das, was kommt.
War ne gute Erfahrung.
Und die Moral von der Geschicht’?
Wirtschaftler beißen nicht – und ich bin eh selbst mein höchstes Verletzungsrisiko.