Dieser Urlaub ist so atemberaubend schön, ich will überhaupt nicht mehr nach Hause. So glücklich war ich schon lange nicht mehr, ich bin leicht wie eine Feder.
Ich tue einfach, was ich will. Ich schlafe, wenn ich müde bin (und ich bin momentan oft müde, einfach, weil ich es kann), ich esse, wenn ich hungrig bin, lese, laufe durch schöne Städte und verbringe viel Zeit mit dem Menschen, der meinem Herzen am nächsten steht. Und ich muss überhaupt gar nichts müssen: Kein Haushalt will gemacht werden, keine BA-Arbeit lauert in der Bibliothek auf mich, kein Papierkram muss erledigt werden. Nichts muss.
Ich will lernen, öfter nur wollen zu dürfen und nicht mehr so oft zu müssen. Ich will ein bisschen von dieser Freiheit mit in meinen Alltag nehmen, und wenn ich mein Leben dazu total umkrempeln muss.
Dazu habe ich heute übrigens einen Blogartikel gelesen, der mich nicht mehr loslässt. Es geht darum, dass wir aufhören sollen, etwas werden zu wollen, und anfangen sollen, einfach wir selbst zu sein. Anstatt nach Zielen zu streben, von denen jemand uns sagt, dass sie richtig seien, sollen wir das tun und leben, was sich für uns wirklich richtig anfühlt, was uns erfüllt. Ich will genau das. Ich muss nur noch herausfinden, wie ich das hinkriege – und über den Weg dahin zu schreiben, quasi die Reise, das könnte durchaus Thema hier werden. Vielleicht.
Wunderschön finde ich übrigens auch einen weiteren Text, nämlich die “Verfassung von Uzupis”. Uzupis ist ein wunderschönes Künstlerviertel in Vilnius – weniger verkünstelt und offensichtlich schön als beispielsweise Montmartre, das Partnerstadt von Uzupis ist. Scherzeshalber wurde dann die Republik von Uzupis gegründet, mit Grenze und allem (allerdings einer offenen Grenze), und wie es sich für eine Republik gehört, hat auch Uzupis eine Verfassung. Und die hat es in sich.
Einen schönen Brauch hat Uzupis übrigens auch noch: Wenn Paare heiraten, gehen sie direkt hinterher zu einer Brücke dort und schließen gemeinsam ein Schloss an diese Brücke an. Irgendein Vorhängeschloss, egal ob groß oder klein, mit ihrer beiden Namen darauf eingeritzt oder geschrieben. Den Schlüssel zu diesem Schloss werfen sie in den Vilnelé, den Fluss, der durch Uzupis fließt, auf dass er weg treibe und niemand ihre Liebe mehr lösen könne.
